Fremdes Gelände


Der Haushund ist der domestizierte und sozialisierte Wolf. Das Raubtier für das Wohnzimmer ist zum täglichen Begleiter des Menschen geworden. Eingeteilt in verschiedene Rassen wird durch die gezielte Züchtung nicht nur das äußere Erscheinungsbild den Wünschen und Trends angepasst, sondern auch gezielt das Wesen verändert. Lange schon hat das Haustier sich von seinen natürlichen Grenzen entfernt. Letzte natürliche Triebe werden durch Hundeschule und Würgehalsband kontrolliert. Der staatliche Wesenstest fordert tendenziell gefährliche Tiere und selektiert mit Hilfe der Einschläferung. Die Frage, was aus dem ehemaligen Getier geworden ist, stellt sich heimlich.

Dieses Fotoprojekt ist im Rahmen eines Semesters an der FH Bielefeld unter der Betreuung von Prof. Axel Grünewald entstanden.




European Photographic Award 2015 // Shortlist

Der Preis wird ausgelobt von den Hochschulen: ENSAD, Paris / Royal Collage of Art, London  /
Gerrit Rietveld Academy, Amsterdam /Zürcher Hochschule der Künste /Fondazione Fotografia Modena / Fachhochschule Bielefeld.


Deutscher Jugendfotopreis 2016: 3.Platz

"Im Rudel durch die Wälder streifen und auf Beutejagd gehen – ein klassisches Wolfsleben. An der Leine mit dem Herrchen einmal um den Block gehen, zwischen Zwinger, Dosenfutter und Formwertnoten – das hingegen ist der Alltag eines domestizierten Hundes. Patrick Pollmeier zeigt auf eindrucksvolle Weise, was vom wilden Tier bleibt, wenn es nach menschlichen Bedürfnissen reguliert und geformt wird. Dabei überträgt er den Gedanken der Züchtung und Entfremdung stilistisch passend in sachlich-kalte Bilder. Ein spannender Einblick in die Welt der Zucht, der gleichzeitig die gegenwärtige Hundekultur hinterfragt."

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Raum-21.org

"»Trixie« kann sich nicht wehren, die Flucht ist ausgeschlossen. Leichte Beute also für den canis lupus familiaris, der an einem Punkt der Domestizierung angekommen ist, an dem ihn das wahrscheinlich auch nicht weiter stört. »Trixie«, ein Hundespielzeug aus Latex, war nie frei. Ebenso wenig ist es jedoch auch ihr Besitzer, der Haushund. Zumindest suggeriert dies Patrick Pollmeiers Serie »Fremdes Gelände«, mit der er eine Bestandsaufnahme gegenwärtiger Hundekultur leistet. Er geht der Frage nach, was aus dem »ehemaligen Getier«, dem Wolf, geworden ist. Was sind die Folgen von Züchtung, Hundeschule und Würgehalsband? Umso sachlicher und präziser fotografiert, desto schmerzhafter sind die Antworten. Pollmeier zeichnet ein fast dialektisches Bild vom Menschen und seinem treuen Begleiter, in dem letzterer deutlich besser dabei wegkommt."